Unterhalb der Hausener Hute befindet sich eine Verebnung in den Rutschmassen des Meißnerbasalts – eine kleine wannenförmige Feuchtwiese. Die Wiese wurde von Geröll befreit und von einem Steinwall umgeben, sodass eine Waldwiese entstand, die Morgengabe genannt wurde. Der Name Morgengabe für diese Wiese ist erstmals 1686 bezeugt. Die Einbeziehung in den Holle-Mythos erfolgte jedoch erst 1819. Die Geschichte von Germars Katze, die sich in einen mit Gold und Silber gefüllten Katzenbalg verwandelt habe, soll sich nach Christoph Schmieder hier auf der Morgengabe zugetragen haben. Die Zuordnung der Geschichte von der „Geldkatze“ zur Morgengabe ist jedoch rein fiktiv. Inmitten der Wiese befinden sich zwei Basaltklötze, die zusammen einen recht unbequemen Stuhl ergeben. Sie tragen den Namen Frau Holles Stuhl. Jedoch handelt es sich hierbei lediglich um einen Teil des Steinwalles, der die Morgengabe umgibt. Die Geschichten um Frau Holles Stuhl wurden erst im 20. Jahrhundert niedergeschrieben. Hier soll die Frau Holle an schönen Sommertagen gesessen haben, weiß gekleidet, spinnend oder ihre goldenen Haare strählend. Wer sich auf ihren Stuhl setzt, der werde gesund werden, heißt es weiter.
Sage Frau Holle Stuhl Frau Holle setzt sich immer am 2. Maitag auf ihren Stuhl inmitten der Morgengabe und strählt ihr Goldhaar, sodass es wie Sonnenstrahlen glänzt. Dann breitet sie ihre Arme über die Wiese aus und ruft: „Dies ist meine Morgengabe!“ Und da sich nach altem Glauben der Himmel am ersten Mai mit der Erdmutter vermählt, verwundert es nicht, wenn Frau Holle hier ihre Morgengabe besitzt. Unweit dieser Wiese sieht man häufig drei Rehe weiden. Diese sind geweiht und gefeit, sodass kein Förster, kein Jäger und kein Wilddieb sie schießen kann. Sie kommen und gehen im Abendschein wie Geister über die fruchtbaren Hänge.
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